Farbe
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Farbe, ein extrem reichhaltiges und wichtiges Kapitel auf dem Gebiet Lichtdesign, in dem sowohl physikalische als auch psychologische Aspekte eine tragende Rolle spielen. Deshalb auch als eigenes Kapitel aufgeführt.

  • Farbmischung:

    • Additive Farbmischung: Max Keller: "addieren = Zusammenfügen von Einzelfarben zueinander mit dem Ergebnis der Unbuntfarbe Weiß".
      Durch das übereinanderprojezieren der drei Primärfarben (Rot (LEE 164), Grün (LEE 124) und Blau (LEE 132)) entstehen  an den Überschneidungspunkten zwischen zwei Primärfarben insgesamt drei weitere, sogenannte Sekundärfarben (Cyanblau, Gelb und Magentarot). Dort, wo sich alle drei Primärfarben überschneiden, entsteht weißes Licht, da dort wieder die spektralen Anteile des weißen Lichtes vertreten sind.

    Additive FarbmischungGrafik2.gif (1879 Byte)

    • Subtraktive Farbmischung: Max Keller: "subtrahieren = Herausfiltern von Strahlungsbereichen, Modulation der Grundfarben durch lasierende Filterschichten."
      Durch das Einbringen eines cyanblauen Filters (LEE 115) in den in den Strahlengang wird dem Spektrum des weißen Lichtes der Rotanteil entzogen. Magentarot (LEE 113) entzieht dem weißen Spektrum den Grünanteil, Gelb (LEE 101) entzieht den Blauanteil. An den Punkten, an denen sich nur zwei Filter überschneiden, wird die übriggeblieben Grundfarbe moduliert. Ein Beispiel: An einem Punkt überschneiden sich Gelb und Cyanblau. Durch das Gelb wird dem weißen Spektrum der Blauanteil entzogen, durch das Cyanblau der Rotanteil - übrig bleibt nur der Grünanteil - die Fläche im Überschneidungsbereich wird grün. An der Stelle, an der sich alle drei Farben überschneiden, wird es schwarz, da dort kein Licht mehr ankommt.

    Subtraktive Farbmischung

    • Integrierte Farbmischung: Nur der Vollständigkeit wegen erwähnt, da hierbei die acht Grundfarben (schwarz, weiß, gelb, rot, magenta, grün, cyanblau und blau) in beliebigen Verhältnissen zueinander vermischt werden. Kommt als Farbmischsystem für deckende Farben zum tragen und basiert prinzipiell auf der Subtraktive Mischung.


  • Farbanordnungen:

    • Historische Ansätze

    Mayer.jpg (32952 Byte)
    Farbdreieck nach Tobias Mayer, 1758

    • Farbdreieck:

      Das Farbdreieck dient zur Verdeutlichung der Additiven Farbmischung der Grundfarben Blau, Rot und Grün. Die Mischfarben zweier Grundfarben liegen auf der direkten Verbindungslinie und der Punkt der Verbindungslinie, auf dem die Mischfarbe liegt, definiert den Buntton der Mischfarbe. Alle anderen Farben innerhalb des Farbdreiecks können durch anteiliges Mischen der drei Grundfarben erzeugt werden. Innerhalb des Farbdreiecks, daß sich im Übrigen auf die Additive Mischung bezieht, kann auch die Buntheit der Farben dargestellt werden. Wenn eine Mischfarbe durch zwei Grundfarben erzeugt wird, liegt sie, wie bereits erwähnt, auf der direkten Verbindungslinie zwischen den Grundfarben, was höchste Buntheit bedeutet. Durch Zugeben der dritten Grundfarbe erhält man Abstufungen der Mischfarbe bis hin zu Weiß (Mischungsverhältnis 1:1:1)

    Grafik2.gif (1879 Byte)Grafik3.gif (2242 Byte)


    Buntheit

    • Farbspektrum:

    Farbspektrum weißen Lichtes

    • Farbkreis:

      Im Zentrum des Farbkreises nach Johannes Itten (1961) befinden sich drei Primärfarben (Rot, Blau und Gelb). Diese ergeben, jeweils mit dem Nachbarn vermischt, drei Sekundärfarben (Violett, Grün und Orange). Daraus wiederum erhält man sechs weitere Tertiärfarben. Der Verlauf dieser Anordnung ähnelt dem Farbspektrum. Komplementäre Farben liegen sich immer gegenüber, allerdings kann man in diesem Schema, daß auf der integrierten Farbmischung basiert, nicht alle Farben darstellen (.gif mit freundlicher Genehmigung von Reiner Strasser).

    Farbkreis nach J.Itten

    • Farbkugel:

      Um so erstaunlicher, daß bereits zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt ein dreidimensionaler Vorgänger des Farbkreises entstand: Der äußere Ring des Farbkreises fungiert dabei als "Äquator", Der Südpol ist rein schwarz und der Nordpol unbunt weiß - dazwischen auf der Polachse alle Abstufungen von grau. Großer Vorteil dieser Darstellung nach Otto Runge (von 1810) ist die Möglichkeit, alle Farbnuancen aufzuzeigen, wenn man das Raster klein genug wählt (.gif mit freundlicher Genehmigung von Reiner Strasser).

    Farbkugel nach O.RungeFarbkreisel
    Historische Grafik von Phillip Otto Runge`s Farbkugel

    • Farbräume


      Nachdem man Farben über Ihren Buntton (Position auf der Außenlinie des Farbdreiecks) und Ihre Buntheit (Entfernung von der Außenlinie in Richtung Unbunt-Punkt Weiß) definieren kann, ist es im dreidimensionalen Raum einfach, genaue Farbwerte anzugeben. Stellvertretend ist hier der RGB-Farbraum (Red, Green, Blue) abgebildet:

    Grafik4.GIF (2621 Byte)

Hierbei werden die Grundfarben Rot, Grün und Blau durch die Vektoren 0,0,1 (Rot), 1,0,0 (Grün) und 0,1,0 (Blau) definiert, Sekundärfarben durch 1,1,0 (Cyan), 1,0,1 (Magenta) und 0,1,1 (Gelb).
0,0,0 definiert Schwarz und 1,1,1, Weiß. Komplementärfarben findet durch Spiegelung im Würfelmittelpunkt (0.5, 0.5, 0.5). Die Angabe der Vektoren ist nur sinngemäß richtig, da ich leider nicht herausfinden konnte, welche Achse des Koordinatensystems per Definition welcher Farbe zugeordnet ist (Wenn mir das jemand sagen kann - bitte e-mail an mich).
Weitere Farbräume sind das CYM-System (Cyan, Yellow, Magenta) und das HSV-System (Hue (Farbton), Saturation (Sättigung) und Value (Wert der Helligkeit)). Beide Systeme finden Verwendung im Bereich der digitalen Farbgebung und -gestaltung. Im Bereich der Computerdrucker wird das CYM-System auf das CYMK-System (Cyan, Yellow, Magenta, Black) erweitert, da die Mischung von Cyan, Gelb und Magenta in dieser Anwendung ein relativ schlechtes Schwarz ergibt. Weiterer Vorteil dieses Systems ist der geringere Verbrauch von Farbpatronen - die noch immer bevorzugte Druckfarbe Schwarz muß nicht durch Mischung von drei anderen Farben erzeugt werden. Das HSV-System liegt eigentlich bereits in der Farbkugel vor: Die Position am Äquator gibt den Farbton vor, Verschiebungen hin zu Nord- oder Südpol die Helligkeit und Verschiebungen nach innen die Sättigung.

  © SoundSystemEngineering Michel Kögler, 1999-2001

Last Update: 18.12.10
© SoundSystemEngineering, Michel Kögler 1999-2008